Sekundarstufe I

Lebenspraktischer Unterricht

Der Bereich des lebenspraktischen Unterrichts zieht sich wie ein roter Faden durch den Schulalltag. Nach den ersten beiden Unterrichtsstunden findet ein gemeinsames Frühstück statt, nach der fünften Stunde ein gemeinsames Mittagessen. Die Vorbereitungen für die Mahlzeiten wie z.B. eine Einkaufsliste erstellen, einkaufen, den Tisch decken und abräumen, das Frühstück zubereiten usw. werden von den SchülerInnen unter Anleitung selbst geleistet, immer mit dem Ziel, die SchülerInnen zu größtmöglicher Selbstständigkeit zu erziehen. Sie lernen Gegenstände des täglichen Gebrauchs kennen und sinnvoll einzusetzen. Dabei werden Handlungsabläufe trainiert und automatisiert.

In den Bereich der lebenspraktischen Tätigkeiten fließen auch Lernziele aus dem Bereich der Kulturtechniken ein: z.B. zählen, zuordnen und benennen von Gegenständen. Ferner findet während der Mahlzeiten Kommunikation, Interaktion und soziales Lernen statt. Umgangsformen und Regeln werden geübt und vertieft.

Hauswirtschaft

Für den Hauswirtschaftsunterricht ab der 5. Klasse stehen zwei gut ausgestatteten Lehrküchen zur Verfügung. Vom Einkauf bis zur Fertigstellung einer Mahlzeit lernen die SchülerInnen, einfache Gerichte zuzubereiten. Sie lernen die dafür notwendigen Lebensmittel, deren Verwendungszweck und ihre Verarbeitung kennen, ebenso Zweck und Handhabung von Küchengeräten. Bei der Verarbeitung der Lebensmittel sind v.a. feinmotorische Fähigkeiten gefordert. 

Im Rahmen des hauswirtschaftlichen Unterrichts werden hygienische Grundsätze vermittelt, wie z.B. Sauberkeit in Schränken und Schubladen, die Wäschepflege und Küchenreinigung.

Kulturtechniken

Rechnen, Schreiben und Lesen sind klassische Lerninhalte. Voraussetzung dafür sind die Förderung der Wahrnehmung und des Sprachaufbaus, das Erlernen von Signalen, Zeichen und Strukturen, das Bilden von Reihen, Ordnungen und Mengen.

Fast alle SchülerInnen der Schule am Tannenberg erfahren zuerst eine intensive Förderung in diesen grundlegenden Lerngebieten, auf die dann, individuell auf jedes Kind zugeschnitten, der Umgang mit Buchstaben, Wörtern und Sätzen, mit Größen und Zahlen erfolgen kann. Bis einschließlich der neunten Klasse werden Rechnen, Schreiben und Lesen als Unterrichtsfächer vermittelt. Später in der Abschlussstufe werden die Kulturtechniken in den projektorientierten Unterricht eingebunden.

Bildnerisches Gestalten

Das handlungsorientierte Lernen ist für Kinder mit geistiger Behinderung ein unumgängliches Prinzip, welches sich schwerpunktmäßig auch im kreativ-gestalterischen Unterricht widerspiegelt. Für die Durchführung dieses Unterrichts stehen zwei gut eingerichtete Werkräume sowie eine Druck-, Töpfer- und Malwerkstatt zur Verfügung, in denen verschiedenste Materialien verarbeitet werden können.

Musik, Sport, Schwimmen, Psychomotorik

Für den Musikunterricht steht ein gut ausgestatteter Musikraum zur Verfügung.

Neben der musisch-rhythmischen Erziehung ist Bewegung ein grundsätzliches Prinzip, Körpererfahrungen zu machen. Es ist besonders wichtig, dass die SchülerInnen kontinuierlich ihren Fähigkeiten entsprechend lernen, auf die Anforderungen des Alltags und der Schule angemessen zu reagieren. So ist es ihnen möglich, Erfolg zu erlernen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Um diese Entwicklung in Gang zu setzen oder auszubauen, bieten wir unseren SchülerInnen zwei Wochenstunden Sport und zwei Wochenstunden Schwimmen in unterschiedlichen Schwimmbädern Göttingens an. Mit dem Element Wasser fühlen sich die Kinder verbunden. Es ist sanft und mild, es fließt, es berührt den ganzen Körper, es trägt einen schweren Körper mit Leichtigkeit. Kinder, deren Berührungssystem und Eigenwahrnehmung reduziert sind, erleben hier besondere Erfolge. Ganzheitliche Körperwahrnehmung ist mehr als nur Schwimmunterricht! Für die meisten SchülerInnen ist er von vornherein ein Badespaß. Sie können Schwimmabzeichen erwerben und sich mit anderen Kindern messen.

Psychomotorik in Kleingruppen ergänzt dieses Bewegungsangebot.